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Thesen zur Digitalisierung

Thesen zur Digitalisierung

Autor: Stefan Luther, Alos GmbH

In Anlehnung an die 95 Thesen von Martin Luther vor 500 Jahren: die Thesen von Stefan Luther zur Digitalisierung

Auch wenn das Thema Digitalisierung eine enorme Bandbreite hat, zeigen die Erfahrungen nach nun mehr als 15 Jahren in diesem Tätigkeitsfeld die immer gleichen Muster.

Für die erfolgreiche Projektumsetzung zählen in erster Linie eine offene und faire Partnerschaft zwischen dem Dienstleister und dem Auftraggeber, aber auch klare Aussagen und Zieldefinitionen.

Ergänzend habe ich hierzu 20 Kernaussagen formuliert. Die Thesen zur Digitalisierung sind sicherlich nicht vergleichbar zu den 95 Thesen meines Namensvetters Martin Luther. Dennoch sollen sie den Blick schärfen und gleichzeitig mit ein paar Irrrungen aufräumen, die einem (leider) wieder begegnen. Dies muss nicht sein. Kurz und prägnant habe ich meine Thesen zur Digitalisierung nachfolgend zusammengestellt.

  1. Neues Denken und Visionen zulassen. Sicherlich der höchste Anspruch an uns selbst, denn nur wer im Team denkt und handelt, bringt Lösungen gemeinschaftlich nach vorn. Einzelkämpfer laufen Gefahr, nur ein Ziel zu verfolgen und lassen dabei wichtige Punkte rechts und links liegen.
  2. Ganzheitliche Lösungen. Es nützt nur kurzfristig, wenn ich ein Thema zur Digitalisierung herausgreife. Es sollte schon eine Vision vorhanden sein, die in einem überschaubaren Zeitraum von maximal zwei Jahren zur Umsetzung gelangt.
  3. Einheitliche Ansprechpartner, ein wichtiger Punkt vor allem in großen Unternehmen. Es ist sehr wichtig, im Rahmen einer Team-Bildung mit den gleichen Personen zu sprechen. Nur so kann der Austausch vorangehen und die Entscheidungen können schnell herbeigeführt werden.
  4. Betroffene zu Beteiligten machen ist für mich ein Must-have. Wer kennt seine Abläufe besser als die Personen, die damit zu tun haben. Daher gilt für mich in allen Projekten die Beteiligung der Personen, die später damit arbeiten müssen, als essentiell.
  5. Technologieveränderungen akzeptieren wird immer wichtiger. War gestern noch der Einsatz von E-Mail eine Errungenschaft und Arbeitserleichterung, ist es heute die zentrale Plattform zum medienbruchfreien Austausch all meiner Geschäftsvorgänge.
  6. Als Mensch bereit sein, sich mit dem Wissen anderer zu vernetzen, ist vor allem ein Fingerzeig bei streng hierarchischen Organisationen. Nicht selten haben heute junge Menschen ein anderes Wissen. Gepaart mit der Erfahrung Älterer ist dies die Substanz einer guten Lösung. Nicht von Generationen lernen, sondern in Generationen lernen, ist der Weg zum Ziel.
  7. Strategische Planung vornehmen, aber generische Veränderungen einfließen lassen. Was muss zuerst angegangen werden? Erstellen sie einen Master-Plan, aber lassen Sie Veränderungen zu und überprüfen Sie dabei täglich Ihr Handeln.
  8. Die Entwicklung wird von Menschen gemacht. Dies sollte nicht vergessen werden. Wenngleich Einzelne glauben, die künstliche Intelligenz nimmt uns zukünftig das Denken ab. Nein, dies ist derzeit nicht erkennbar, die Menschen steuern die Entwicklung im Unternehmen, und hieran sind Menschen beteiligt. Dies sollte nie in Vergessenheit geraten.
  9. Einfach mal machen, könnte gut gehen. Dies ist sicherlich ein etwas untypischer Satz in Deutschland. Eigentlich kenne ich eher die negative Ausprägung: Es wird schon schief gehen. Dieser negative Touch lässt manchen Zweifel. Warum sollen wir nicht auch mal die ersten Gehversuche in der neuen digitalen Welt positiv vermitteln?
  10. Respektvoll miteinander umgehen ist eng verknüpft mit dem Punkt „Entwicklungen werden von Menschen gemacht“. Dennoch sei er hier explizit erwähnt. Nur, wer auch Rücksicht ausübt, dass manche am Prozess Beteiligten etwas länger benötigen, schafft es am Ende auch, Alle für die neue Lösung zu gewinnen.
  11. Digitalisierung ist keine IT-Lösung und die Lösung ist kein Standard. Denn jedes Unternehmen hat seine eigene Kultur. Wer dies nicht beachtet, scheitert. Denn auch die Lösungen zur Digitalisierung sind keine Muster, die man kopieren kann. Jede Lösung ist individuell einzubinden, das spiegelt die Individualität der Unternehmen wieder.
  12. Digitalisierung ist auch nicht die Einführung eines einzelnen Software-Produktes zur elektronischen Archivierung.
  13. Elektronische Rechnungsverarbeitung ist vielseitig. Zwingend ist zwischen einer Volltextanalyse mittels OCR auf Basis von Kopfdaten oder dem Auslesen von Positionsdaten zu unterscheiden.
  14. Das Auslesen von Formularen mit festen Vorgaben mittels OCR ist deutlich von einer Freiformerkennung zu unterscheiden.
  15. Dank dem Einsatz von E-Mails ist unser Unternehmen bereits digital. Bei der Digitalisierung ist nicht die Transportebene gemeint, sondern die Lösung. Erst wenn die E-Mails dann auch weiter verarbeitet werden, dann darf man von einer Digitalisierung sprechen.
  16. Multi-Channel-Input und Multi-Channel-Output sind sicherlich mit einem hohen Anspruch zur Digitalisierung verbunden, da sich hier strukturierte und unstrukturierte Daten vermischen. Dies zu lösen, verlangt viel Wissen der Beteiligten, denn bisher wurden diese Bereiche getrennt voneinander betrachtet.
  17. Mit der Digitalisierung geht die Transparenz verloren. Grundsätzlich kann dies vordergründig bejaht werden, denn es fehlt bei vielen Lösungen eine Nachvollziehbarkeit und Transparenz durch entsprechendes Monitoring oder den Einsatz von flexiblen Kontrollmesspunkten.
  18. Veränderungen der Abläufe sind häufig unvermeidlich. Um zu maximalen Synergien zu gelangen, wird auch eine maximale Flexibilität verlangt. Dies von innen heraus zu erreichen, ist nicht einfach: Hier hilft oft die Rolle eines Digitalisierungsbeauftragen.
  19. Der Digitalisierungsbeauftragte ist kein reiner IT-Experte: Vielmehr verbindet er die Fähigkeit von IT, Prozessabläufen und fachlichem Wissen, um als Berater im Unternehmen für das Unternehmen bestmögliche Lösungen zu erzielen.
  20. Keine Lösung hat für immer Bestand. Sicherlich verlangt unsere immer schneller drehende Welt auch eine permanente Überprüfung der eingesetzten Lösung. Somit erhält die Abkürzung KVP (kontinuierlicher Verbesserungsprozess) eine ganz neue Bedeutung.
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