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Digitalisierung 4.0: Ängste nehmen, Innovationen nutzen

Digitalisierung 4.0: Ängste nehmen, Innovationen nutzen

Stefan Luther, Senior Project Manager, Alos GmbH

Digitalisierung scheint das neue Hype-Thema in der IT-Branche zu sein. Doch es schürt Ängste. Mit diesen Ängsten stehen wir uns im Weg.

Längst hat uns die Digitalisierung im privaten Alltag eingeholt. Wie selbstverständlich rufen wir seit Jahren unsere Mails ab, kommunizieren auf verschiedenen sozialen Plattformen und tätigen Bestellungen bei diversen Online-Händlern. Ja, sogar die Überwachung unser Wohnung hat hier und da in Form intelligenter Lösungen Einzug gehalten und findet mehr und mehr Nutzer.

Dies haben wir, je innerer Einstellung und vielleicht auch ein wenig der Generation geschuldet,, wie selbstverständlich in unseren Alltag eingebettet.

Das (noch) deutlichere Gegenteil finden wir, wenn wir uns von Hause aus weg ins Büro begeben:

Selbstverständlich verfügen wir über einen E-Mail-Account und kommunizieren darüber… und dann?

Durchgängige Fachanwendungen, Freigabe- und oder Entscheidungsprozesse laufen häufig analog. Zeitraubende Abläufe, weil Dritte eingebunden werden müssen, funktionieren in der Business-Welt in digitaler Ausprägung kaum. Die Ängste sind häufig zu groß, die lange Zeit gepflegte Welt verschiedener Applikationen, die gut nebeneinander funktioniert haben, zu verbinden.

Sind diese Ängste berechtigt?

Selbstverständlich sind sie das. Wir als Berater, Entwickler, Integratoren und wie sich die Kollegen alle schimpfen, tun gut daran, diese Ängste wahr zu nehmen.

Wir Deutschen neigen zur Vorsicht und Zurückhaltung. Dies ist grundsätzlich positiv, denn das schärft unsere Wahrnehmung. Wir müssen aber auch wahrnehmen, dass die Welt nicht stehen bleibt und sich rechts und links von uns die Dinge weiterentwickeln: so auch die Digitalisierung. Die ersten sprechen bereits von vermenschlichten Robotern. Soweit möchte ich nicht gehen, ich möchte vielmehr einen Weg aufzeigen, die Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen und die Ängste zu nehmen.

Der Mensch als wichtigstes Bindeglied

Um dies zu ermöglichen, muss man verstehen, woher diese Verunsicherung kommt. Dies können schlechte Erfahrungen bei der Einführung von IT-Lösungen sein oder auch menschliche Faktoren.

Wichtig ist hier die konkrete Bedarfsanalyse.

Wenn ich ein Haus baue, dann fange ich auch nicht mit dem Dach an, sondern sollte meine Planung beim Fundament beginnen.

Die Einführung von Digitalisierungsprojekten funktioniert identisch.

Unsere Aufgabe ist es, den Kunden bei seiner Lösungsvorstellung zu unterstützen.

Nicht die schnelle Teillösung erwirkt einen zufriedenen Kunden, sondern der Weg zu einer Gesamtlösung erzeugt Zufriedenheit.

DENN: EIN BISSCHEN DIGITALISIERUNG IST OFT GANZER UNSINN.

Will heißen, zu Beginn muss ich mir die Abläufe vollständig betrachten, um zu einer Lösungsausarbeitung zu gelangen.

Wer ist hier beteiligt? Die Betroffenen, denn diese müssen später mit den geänderten Abläufen zurechtkommen und diese auch in ihren Büroalltag einfließen lassen.

Selbstverständlich ändert ein weitestgehend papierarmer Büroalltag das Vorgehen. Hier gilt es, rechtzeitig die Betroffenen zu Beteiligten zu machen. Nur so kann die bestmögliche Lösung entstehen.

Somit ist der Mensch, sprich der Mitarbeiter(in), der entscheidende Faktor zum Erfolg der Digitalisierung.

Daraus entsteht dann der Plan für mein digitales Haus, was selbstverständlich dann in mehreren Gewerken (Teilprojekten) umgesetzt wird.

Ängste durch fehlende Transparenz

Alle Entscheider haben eines Gemeinsam. Sie benötigen einen Überblick über ihre zugeordneten Aufgaben.

Mit der Einführung der Digitalisierung wird häufig behauptet, der Überblick gehe verloren. Diese Aussage ist nachvollziehbar, denn hier schwingt Unsicherheit mit. Konnte man früher das Papier auf den Schreibtischen als Stand der aktuellen Bearbeitung heranziehen, befinden sich nach der Digitalisierung alle Unterlagen in elektronischer Form im Labyrinth der IT-Technologie.

Daher ist es wichtig, bei der Planung der Projekte an solchen Übersichten, Lastkennzahlen oder gerne auch KPIs genannt festzuhalten.

Denn unter der Analyse der täglichen Abläufe sehe ich weit genauer als bisher, wo meine Schwachstellen sind, und habe dann die Möglichkeit, geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

Kontrolle oder besserer Überblick

Schon wieder ein Thema, was mit Ängsten verbunden ist.

Wer, außer den Vorgesetzten, möchte die permanente Kontrolle?

Dies gilt es als Vorteil zu nutzen. Jeder noch so gründliche Mensch kann Dinge vergessen. Hier hilft die Digitalisierung, Fristen zu wahren, Informationen weiter zu geben, mich zu erinnern und ganz entscheidend auch meine Arbeitsergebnisse zu bestätigen. Kontrolle ist im Kern nicht etwas Negatives. Wir neigen als zu oft, Dinge zu negativieren.

Das Positive ist der Fall: ich kann aufzeigen, wie gut ich arbeite und auch darlegen, wo die Leistungsgrenzen sind.

Viele Kleinigkeiten werden bisher nebenbei erledigt. Diese Aufwände nehmen je nach Funktion 20 bis 30% unserer Zeit in Anspruch. Ein einfaches Beispiel ist das Suchen eines Vorgangs, der irgendwo bei einem Kollegen liegt.

Mit der Digitalisierung ist es einfach, Vorgänge zu finden und diese für die Arbeit auf dem Bildschirm anzuzeigen, die lästige Suche entfällt.

Halten wir fest:

Die Ängste sind berechtig, wir müssen sie ernst nehmen.

Dies beginnt bei der Beratung und endet bei der Einführung. Ganz wichtig, die Lösung ist von Grund auf nicht NEGATIV. Das, was wir dort hinein interpretieren, führt zu einer negativen Bewertung.

Wenn wir den Menschen nicht vergessen, ergänzen wir hervorragend Abläufe im Arbeitsalltag und schaffen mit der Digitalisierung eine Synergie von IT-gestützten Vorgängen mit dem Menschen als zentrale Entscheidungsebene.

Auch wenn uns Anderes suggeriert wird: Es gibt zahlreiche Beispiele, die mit der besten Logik und Software nicht den Bearbeitungsprozess eines Menschen ersetzen können. Die Digitalisierung trägt aber dazu bei, die Abläufe einfacher, schneller und transparenter zu realisieren und uns somit die Erleichterung, die wir im Privaten bereits kennen gelernt haben, auch im Business zu realisieren.

Nicht die Ängste schaffen Lösungen, die Innovationen von Menschen erleichtern uns das Arbeiten. Dies im Einklang zu bringen, sollte unsere tägliche Zielsetzung sein.

Mein Namensvater Martin Luther hatte auch nicht daran gedacht, dass er mit seinen Thesen vor 500 Jahren eine solch deutliche Veränderung erwirkt.

Wir sollten den Mut haben für Neues einzutreten, mit dem Wissen von gestern, die Möglichkeiten des Hier und Jetzt zu nutzen.

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